Die Befahrung des Heidenlochs

2011

Am 29.01.2011 war es wieder einmal soweit! Wir waren nach 5 Jahren wieder im Heidenloch auf dem Heiligenberg. Und dies geschah wie im Jahr 2006 wieder in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Heiligenberg, deren 1. Vorsitzender Herr Burger uns den Schlüssel übergab. Nun ging es ans Aufbauen der Seilkonstruktionen für den nächsten Tag, an dem die eigentliche Befahrung geplant war.

Mit dabei waren dieses Mal auch unsere neuen Mitglieder, die zuvor die Einseiltechnik (SRT) in der Heidelberger Kletterhalle trainiert hatten. Alles lief reibungslos ab und das gute Wetter tat das Übrige dazu. Selbstverständlich wurde auch wieder der Schacht von Müll, vermoderndem Holz und Geld gesäubert.

Dies war sicherlich nicht unsere letzte Befahrung und wir danken hier ausdrücklich noch einmal der Schutzgemeinschaft für die Genehmigung, das Heidenloch zu befahren.

Und hier einige Impressionen der Aktion.

 

2006

Anfang 2006 hatten erneut einige Mitglieder unserer Höhlengruppe die Erlaubnis der Schutzgemeinschaft Heiligenberg e.V., das Heidenloch zu befahren. Und wiederum wurde diese Aktion von der Presse begleitet. Auch hier wurde ein Artikel geschrieben, der dann am am 24.01.2006 in der Rhein-Neckar-Zeitung erschien.

Heidenloch2006

2003

Anfang 2003 hatten einige Mitglieder die Möglichkeit das Heidenloch auf dem Heiligenberg nördlich von Heidelberg zu befahren. Diese nicht alltägliche Aktion wurde auch von der örtlichen Presse begleitet. Hier findet Ihr den Artikel vom 03.02.03 aus der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ).

“ Höhlenforscher gehen Heidenloch auf den Grund

Vier Kletterer stiegen in den Geheimnis umwitterten Schacht auf dem Heiligenberg – Jede Menge Müll und Münzen zu Tage gefördert

heidenlochFritz Schöbinger, Christian Kohl und Konsorten sind dem Heidenloch einmal auf den Grund gegangen. Die keltische Kultstätte auf dem Heiligenberg wurde dabei von teils mehrere Jahre altem Müll gesäubert. Frieren mussten die Männer jedenfalls nicht: In 56 Metern Tiefe herrschen angenehme Temperaturen.

Foto: Kresin Von Steffen Liebendörfer

„Dreck ohne Ende und Geld ohne Ende“, stöhnte Christian Kohl beim Kriechen aus dem Heidenloch auf dem Heiligenberg. Vier Kletterer und Höhlenforscher hatten sich an der keltischen Kultstätte versammelt, um darin zu Klettern, Bergungstechniken zu üben – und den teils Jahre alten Müll an die Oberfläche zu hohlen.

„Licht aus“, erklang eine Stimme aus der Tiefe. Gesagt, getan: Die Beleuchtung des Heidenlochs erlosch, um das Herumklettern in Höhlen realistischer zu simulieren. Wenige Minuten später krochen zwei Männer aus dem Schacht, durchgeschwitzt und außer Atem: Christian Kohl und Fritz Schöbinger waren die erste Gruppe, die sich in die Tiefe gewagt hatte. Begleitet wurden sie von einem großen Müllsack, der bis oben gefüllt wieder ans Tageslicht kam. Beim Ausleeren rollten Münzen mit teils deutlichen Altersspuren in den Währungen D-Mark, Euro und Dollar heraus, eine ganze Menge Bierflaschen und Plastikbehälter, dazu Laub und Äste. Als ungefähr einen Meter hoch beschrieb Kohl die meist aus Ästen bestehende Holzschicht auf dem Schachtgrund.

Abgesehen vom nicht ganz unerwarteten Müll gab es keine großen Überraschungen. „Man guckt natürlich immer noch nach einem Loch“, berichtete Kohl von seinem ersten Heidenloch-Abstieg. Und: Er sei fündig geworden, eine zweieinhalb Meter tiefe Einbuchtung befinde sich seitlich am Grund des Schachts, erzählt er von der Entdeckung und relativiert sogleich: „Aber sonst ist da nichts mehr.“ Für Höhlenforscher sei der Eindruck im Inneren und der Tiefe nichts Ungewohntes, nicht einmal die Temperatur. „Etwa acht bis neun Grad Celsius – Höhlentemperatur“, schätzte Kletterer Fritz Schöbinger. „Oben friert man und unten ist es angenehm“, bestätigte Kohl.

Dabei kann ein Ausflug in die Tiefe solcher Schächte und (Höhlen-) Löcher auch sehr unangenehm enden. Sorge bereitete das eventuelle Vorhandensein von Kohlenstoffdioxid. Durch Verwitterung der rund einen Meter hohen Holzschicht auf dem Schachtgrund hätte das geruchslose und zum Erstickungstod führende Gas freigesetzt werden können. Da es schwerer ist als Sauerstoff, bestand die Möglichkeit, dass es wie eine Säule im unteren Teil des Heidenlochs stand. „Wir waren darum sehr vorsichtig und haben für die letzten 15 Meter beim Abstieg sicher zehn Minuten gebraucht“, sagte Kohl.

Die Temperaturdifferenz zwischen der Erdoberfläche und dem Inneren des Lochs sorge für einen Konvektionsstrom, wodurch kalte Luft nach unten abfalle und eine Zirkulation im Inneren entstehe, erläuterte der erfahrene Kletterer.

Wer die Innenseite der den Locheinstieg umfassenden Betonmauer genau betrachtet, findet handfeste Beweise für diese Erklärung: Luftfeuchtigkeit ist daran gefroren und bildet eine richtige Eisschicht – ein Phänomen, das nur auf aufsteigende Luftfeuchtigkeit zurückzuführen ist. Im Sommer im Heidenloch zu klettern ist Kohl zufolge gefährlich: „Da verhält es sich mit dem Temperaturunterschied genau umgekehrt und das Risiko wäre wesentlich höher.“

Für die beteiligten Höhlenforscher war es der erste Abstieg ins Heidenloch. „Das Schöne an dem Schacht ist sein Alter, dadurch kommt er einer natürlichen Höhle sehr viel näher als beispielsweise ein Kamin“, freute sich Schöbinger, ebenfalls einer der Kletterer über die Gelegenheit. Natürliche Höhlen sollen von Mitte Oktober bis Mitte April nicht begangen werden. „Wegen der Fledermäuse, die man sonst aus ihrem Winterschlaf wecken würde. Die Tiere würden das nicht überleben“, sagte Schöbinger. Die Kooperation zwischen dem Deutschen Alpenverein Heidelberg und der Schutzgemeinschaft Heiligenberg bezeichnete Kohl „als eine gute Art und Weise, wie sich ein Verein der Öffentlichkeit darstellen kann.“ Wenn man schon im Heidenloch klettere, so könne man den Müll gleich mit entfernen, meinte Kohl, der sich so mit seinen Klettererkollegen in den Dienst der Schutzgemeinschaft gestellt hatte. „Wir haben geeignete Seile mit hinreichender Länge“, verwies Kohl auf die Ausstattung der Höhlenforscher. Zudem bot die Aktion die Möglichkeit, unter realitätsnahen Bedingungen außerhalb der Höhlensaison zu üben. Und außerdem: Wer kann schon von sich sagen, im Heidenloch ganz unten gestanden zu haben?“